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16. Juni 2025 11 Minuten

In der Höhle des Löwen

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist das Schreckensszenario, das seit Jahrzehnten über dem Nahen Osten liegt.

Am Freitag, dem 13. Juni, begann Israel seinen Luftangriff gegen den Iran, genauer gesagt gegen dessen Urananreicherungsanlagen und Kommandostellen der Revolutionsgarden. Zentrale Figuren der militärischen und (nuklear)wissenschaftlichen Führungsriege wurden ebenfalls ausgeschaltet. Gegen eine Tötung des geistlichen Oberhaupts Chamenei soll Trump aber Veto eingelegt haben. Teheran reagierte prompt mit massiven Drohnen- und Raketenangriffen, seitdem überziehen sich die beiden Erzfeinde täglich mit Angriffswellen. Alle Entwicklungen im Liveblog der Zeit, die historische Entwicklung hat das ZDF in einem Videobeitrag zusammengefasst.

  • Informationen zur jahrelangen Vorbereitung und dem Ablauf der Operation “Rising Lion” gibt es beim Tagesspiegel. Welche Rolle insbesondere der Mossad bei dem Angriff spielte, erklärt der Stern (€).
  • Ist so ein Präventivschlag völkerrechtlich gerechtfertigt? Eine Einordnung liefert das ZDF.
  • Wie viel Desinformationen und Fake-Content zu den Angriffen derzeit im Netz zirkuliert, dokumentiert dieser laufend ergänzte Thread.
  • “Krieg”, “Konflikt”, “kriegerische Auseinandersetzung”  – was es mit den Begrifflichkeiten auf sich hat, erklärt die Bundeszentrale für politische Bildung.
  • Die namensgebende Symbolik des “Aufsteigenden Löwen” geht auf einen Bibelvers zurück. Die Hintergründe dieses Namens beschreibt n-tv.
  • Ein SPD-Bundestagsabgeordneter ist mittendrin. Sebastian Roloff berichtet aus seinem Hotelzimmer in Tel Aviv, als es sich anfühlte, „als ob die Stadt über ihn abbrennt”.
  • Frühwarnsystem statt Urban Myth: Pizza-Bestellungen rund ums Pentagon schnellten vor dem Großangriff in die Höhe – ein bekannter Krisen-Indikator in Washington.

Nach der Logik müssten sich die Lieferfahrer am Weißen Haus gerade die Klinke in die Hand geben. Am Wochenende hieß in den USA: Parade gegen Protest. Während Trump anlässlich des 250. Geburtstag der US-Militärs an seinem 79. Geburtstag (Zufälle gibt’s) eine Militärparade wie zuletzt 1992 auffahren ließ, gingen landesweit rund Millionen Menschen unter dem Motto “No Kings” gegen seine Regierung auf die Straße. In die aufgeheizte Stimmung platzte dann noch die Meldung eines politischen Mordes an einer Demokratischen Senatorin und ihrem Ehemann in Minnesota. Der mutmaßliche Attentäter Vance Luther Boelter wurde inzwischen gefasst.

  • Hintergründe zum Tatverdächtigen und seine Verbindung zu der religiösen, anti-säkularen Bewegung “New Apostolic Reformation” bietet der Podcast “Straight White American Jesus”.
  • Die Entwicklung politischer Gewalt in der USA hat sich Table.Media angeschaut.
  • Informationen und Hintergründe  der bislang größten Proteste gegen die Politik der Trump-Regierung stellt BR24 bereit.
  • Bilder von den Protesten gibt es bei Zeit Online.
  • Welche Hollywoodstars gegen Trump auf die Straße gehen, weiß der Spiegel.

Der schwierige Umgang mit dem US-Präsidenten wird auch das G7-Treffen dominieren – ikonische, aber politisch problematische Szenen wie 2018 mit Angela Merkel soll es nicht geben. Ab heute treffen sich die Staats- und Regierungschefs im kanadischen Bergresort Kananaskis. Der Gastgeber vermeidet aus Rücksicht auf Trump diesmal eine Abschlusserklärung und setzt auf einen einleitenden “Chair’s Summary “ und kleine Runden statt großer Bühnen. Emmanuel Macron hat Trump schon auf der Hinreise ein gar nicht so subtiles Signal ans Weiße Haus gesendet. Eine Vorschau auf einen schwierigen Gipfel bietet das RND.

Der 14. Juni ist nicht nur der Geburtstag von Donald Trump (und übrigens auch der von Olaf Scholz), das 40. Jubiläum des Schengen-Abkommens, sondern auch der US-amerikanische “Flag Day”, eine Ehrung des Stars and Stripes Banners. Den gibt es in Deutschland zwar nicht, aber dennoch Flaggen-News. Die Kollegen von POLITICO haben recherchiert, dass eine TV-bekannte Deutschlandfahne über dem Bundestag aus Rücksicht vor nistenden Möwen nicht mehr weht. Zumindest bis Ende Juli. Auch die Regenbogenflagge verliert an Präsenz, sie wird am CSD nicht mehr auf dem Bundestag wehen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner begründet dies damit, dass der CSD von der “kraftvollen Präsenz auf den Straßen“ lebt. Die AfD will indes nur noch eine Fahne auf dem Reichstagsgebäude sehen.

Etwas weiter unten herrscht nun erweitertes Tastaturverbot im Plenarsaal: Keine Tablets mit externer Tastatur, Laptops gingen schon vorher nicht. Solo-Tablets dürfen bleiben, berichtet Table.Media. Die Piraten-Partei hat gegen einen ähnlichen Vorstoß in Kiel übrigens schon mal recht kreativ protestiert.

Ebenfalls kreativen, aber unlauteren Protest gab es gegen den VeteranentagGefälschte Bundeswehrplakaten tauchten in zahlreichen Städten auf. Ansonsten verlief die Premiere des neuen Gedenktags aber reibungslos, sogar Prinz Harry schaltete sich (teilweise auf Deutsch) zu.

Ob unser Stakeholder der Woche und andere Veteranen glücklich mit dem Ablauf des Tages sind, kann nur vermutet werden. Die Lebenszufriedenheit der 40 größten deutschen Städte hat aber erneut der Glücksatlas vermessen: Kassel verteidigt seinen Platz an der Spitze, Millionenstädte wie Frankfurt oder Berlin rangieren in den unteren Rängen. Hier können Sie sehen, wie glücklich Ihre Stadt ist.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart

Philipp Sälhoff


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