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10. Juni 2025 11 Minuten

Rambo Zambo im Oval Office

Liebe Leserin, lieber Leser,

unter keinen Umständen peinliche Szenen produzieren, wie es sie schon so oft bei Staatsbesuchen im Oval Office unter Trump gab.

Das war die Devise für Merz’ Antrittsbesuch im Weißen Haus und sie ist geglückt. Am Freitag, dem 6. Juni 2025, trafen sich der Bundeskanzler und Donald Trump zum ersten Mal persönlich und das Datum war kein Zufall: Der Jahrestag des D-Day ist eine ideale Grundlage für die Beschwörung der transatlantischen Partnerschaft. Genau diese Referenz sorgte dann auch für den einzigen kurzen Moment des Luftanhaltens.

  • Die wichtigsten Szenen im Video.
  • Geburtsurkunde, Flugzeugpatente und Golfschläger: Merz ließ sich nicht lumpen und brachte einige Präsente mit. Über die Rolle von Geschenken und warum ausgerechnet ein Putter der größte Treffer war, denkt die ZEIT nach.
  • Warum Trumps Verhalten bei Staatsbesuchen und darüber hinaus so unberechenbar ist, versuchen manche mit der “Madman Theory” zu erklären.
  • Nachdem Merz weg war, eskalierte die Lage in Los Angeles vollends. Wie weit Trumps Befugnisse reichen, erklärt das RND.
  • Zurück in Deutschland schraubt Merz weiter an seiner Machtzentrale: Das aktuelle Organigramm des Kanzleramts hat POLITICO.

Nun wird der Gegenbesuch mit Spannung erwartet: Trump hat die Einladung nach Deutschland angenommen. In seiner ersten Amtszeit ließ er Deutschland links liegen und kam nur einmal zum G20-Gipfel. Welcher US-Präsident am häufigsten zu Besuch war und welche Eindrücke sie hinterlassen haben, hat der Tagesspiegel zusammengestellt.

Vom Merz-Besuch unbeeindruckt, schaukelte sich der Streit zwischen dem mächtigsten und dem reichsten Mensch der Welt über die letzten Tage massiv hoch: Elon Musk befürwortete ein Amtsenthebungsverfahren, rückte Trump in die Nähe von Sexualverbrechen und droht mit der Gründung einer eigenen Partei. Trump erwägt den Entzug von Staatsaufträgen für Musks Unternehmen und zeigte sich “sehr enttäuscht”. Gestern teilte Musk aber wieder Trump Posts und löschte Anfeindungen. So weit, so infantil.

  • Stein des Anstoßes ist ein Gesetzentwurf, der umfassende Steuer- und Abgabenreformen vorsieht.
  • Warum die AfD über den Streit der beiden sehr traurig ist, beschreibt der Tagesspiegel.
  • Auch Moskau äußert sich zum Konflikt und bietet nicht ohne Häme dem reichsten Mann der Welt Asyl an. Musks Vater ist schon in Moskau.
  • Zusätzlich schlug Musk noch J.D. Vance als neuen Präsidenten vor, was dieser aber unkommentiert ließ. Der Vizepräsident spielt in den Zukunftsszenarien der amerikanischen Rechten aber eine sehr zentrale Rolle.
  • Trump und Musk sind nicht die einzigen Streithähne an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik. Die amerikanische Geschichte zeigt weitere Beispiele hierfür.

An diesen Standards gemessen, blieb es im Bundestag relativ ruhig. Die turnusmäßige Diätenerhöhung wurde beschlossen, ab Juli gibt es 600 € mehr für die Bundestagsabgeordneten. Knapp 12.000 € verdienen die Volksvertreter nun. Gegen die Kritik von Linken und AfD wurde die bestehende Regelung bestätigt.

  • Weitere Einblicke in die Finanzen der Politiker bietet der Hamburger Wahlbeobachter bei How I met my money.
  • Einen Überblick über die Entwicklung der Abgeordnetenentschädigung gibt eine neue Veröffentlichung der Wissenschaftlichen Dienste.

Deren oberste Chefin hat in ihrer neuen Rolle alle Hände voll zu tun: Neben einem Saalverweis an die Linken-Abgeordnete Köktürk (auch ihr Fraktionskollege Ferat Koçak brachte mit einem Rap-Video vor dem Bundestag die Gemüter auf), eine schreiende Zuschauerin auf der Tribüne und dem Antrag auf Aufhebung der Immunität von Robert Habeck brachte sich Bundestagspräsidentin Julia Klöckner durch einen alles andere als überparteilichen Post aber auch selbst ins Gespräch.

  • Wie sich der restliche Bundestag auf LinkedIn äußert, hat eine Erhebung der Beratungsgesellschaft von Beust & Coll herausgefunden.

  • Den KI-Dialog mit dem Parlament soll das parlament.ai-Tool von Max Mundhenke befördern.

  • Gesprächsthema ist auch die Hommage an die Christo-Verhüllung, die nun sichtbar ist.

  • Ebenso wie der erste Entwurf für die (etwas spärlicher gesäten) Sitzungswochen 2026.

Gar nicht erst aus dem Parlament geworfen werden kann das BSW. Die Klage auf Neuauszählung der Bundestagswahl wurde letzte Woche vorerst abgewiesen. Die Tagesschau kennt die Hintergründe, warum Wagenknecht nun gleich dreifach gescheitert ist.

Zumindest ein temporärer Ausschluss aus dem Hohen Hause wurde Jette Nietzard angedroht. Auch in der letzten Woche sorgte sie für einen neuen Aufreger, diesmal wegen eines Hamas-freundlichen Instagram-Beitrags. Ihre Vorgängergeneration der Grünen Jugend baut derweil die “Junge Linke” auf. Den Stand der Dinge bei der neuen Organisation hat die taz recherchiert.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart

Philipp Sälhoff


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